Dienstag, 29. März 2011

25.11.2010



Heute ist ein positiver Tag. Ich habe es endlich geschafft eine richtige Dusche zu nehmen. Auch wenn die Beweglichkeit mit der Infusion am Arm und der Narbe am Bauch noch limitiert ist, tut es gut und die Stimmung steigt sofort an. Kleinigkeiten die einem selbstverständlich erscheinen, können manchmal eine richtige Herausforderung werden.
Ich hoffe, dass die Ärzte mir heute erlauben aufs Wochenbett zu wechseln und die Intensivstation zu verlassen. Auch wenn es mir hier gut geht und mich die Krankenschwestern langsam kennen, ist es schwierig abhängig zu sein und nicht alleine aufstehen zu können.

Basile ist immer noch stabile. Es gibt erste Anzeichen, dass sich sein Verbindungskanal langsam schließt. Dies kann aber erst durch einen Ultraschall bestätigt werden. Er benötigt kein Antibiotika mehr, erhält aber seit gestern Insulin um seinen zu hohen Blutzuckerspiegel zu senken. Ansonsten ist er schon sehr agil zum Leidwesen der Krankenschwestern, denn er lässt sich nicht gerne manipulieren. So klein und besitzt schon einen starken Charakter. Heute hat er sogar seine Augen aufgemacht!

Diese guten Neuigkeiten helfen uns sehr und wir haben volles Vertrauen ins Schwesternteam und vor allem in unseren kleinen Basile damit es so weiter geht!

Schöner Tag!

Freitag, 4. März 2011

24.11.2010
















Von den letzten zwei Tagen bleiben mir nicht viele Erinnerungen. Nur, dass ich sehr viel geschlafen habe und mich nicht einen Zentimeter im Bett bewegen konnte, wegen den Schmerzen im Unterleib und meinem kraftlosen Körper. Daher habe ich als Kommentare die E-Mails von Ben übersetzt.
Erst heute erlauben mir die Ärzte den ersten Versuch aufzustehen in der Hoffnung, dass ich eine warme Dusche nehmen, und dann endlich Basile besuchen kann, welchen ich bis jetzt nur auf Photos gesehen habe. Dieses Unternehmen kostet mich soviel Energie, dass ich aufgebe und mich mit viel Mühe und Schmerzen nur bis zum zwei Meter entfernten Spülbecken schleppe und mich erschöpft auf den Stuhl sinken lasse. Die Dusche reduziert sich auf einen feuchten Waschlappen ohne Haare waschen. Zu meinem großen Bedauern, denn heute ist ein großer Tag. Wenn meine Blutwerte es erlauben, darf ich im Rollstuhl Basile besuchen. (Ich besaß nur noch 20'000 Thrombozyten gegen normalerweise 150'000-500'000, welche für die Blutgerinnung verantwortlich sind und dadurch ein Verbluten verhindern oder in meinem Fall eben nicht mehr. Daher auch mein Aufstehverbot um durch einen Sturz verursachte innere Blutung zu verhindern)
Endlich ist es soweit. Anfang Nachmittag mache ich mich, von Ben im Rollstuhl gestoßen, auf den Weg Richtung Rea.
Als ich dann plötzlich vor dem Brutkasten mit meinem Sohn drin stehe, fehlen mir die Worte. Der Anblick von diesem kleinen, hilflosen, an unzählige Kabel geschlossenen Geschöpf, ist dermaßen schockierend, dass es mir fast das Herz zerspringt. Warum muss er das alles ertragen? Wieso konnte er nicht noch etwas länger in meinem warmen Bauch bleiben? Aber gleichzeitig breitet sich eine unbeschreibliche Liebe in mir aus und ich werde ruhiger. Mein Baby ist am Leben und es ist das schönste auf der ganzen Welt! Ich bin so stolz auf ihn!